Pressemeldung Staatsanwaltschaft Landau

Die Staatsanwaltschaft Landau hat gegen eine in Köln lebende Frau Anklage zum Amtsgericht Kandel wegen Entziehung ihrer beiden zur Tatzeit 3 und 4 Jahre alten Kinder , deren Aufenthaltsbestimmungsrecht vom Familiengericht Kandel auf den Vater übertragen worden war, erhoben.

Nachdem sie nach einem vereinbarten Umgang die Kinder nicht absprachegemäß am 01.06.2014  von ihrer Wohnung in Köln zu dem in Rheinzabern  wohnenden Kindsvater zurückbrachte erließ das Familiengericht Kandel am 03.06.2014 gegen sie einen Herausgabebeschluss. Um die Herausgabe der Kinder an den Vater zu verhindern, verließ die Angeschuldigte mit ihren Kindern ihre Wohnung. Die Kinder konnten erst im Rahmen von Fahndungsmaßnahmen am 21.08.2014 durch Beamte der Kriminalpolizei Köln in einem Anwesen in Köln aufgefunden werden.

Die Angeschuldigte gesteht die Kindesentziehung ein, rechtfertigt ihr Verhalten jedoch mit der Begründung, sie hätte so handeln müssen, weil es die Kinder bei ihr besser hätten.

Termin zur Hauptverhandlung ist noch nicht bestimmt.

Landau, den 02.02.2015

 

Dr. Winter, Leitender Oberstaatsanwalt

 

§ 235 Strafgesetzbuch (Entziehung Minderjähriger) lautet:

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer 1.eine Person unter achtzehn Jahren mit Gewalt, durch Drohung mit einem empfindlichen Übel oder durch List oder

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den Eltern, einem Elternteil, dem Vormund oder dem Pfleger entzieht oder vorenthält.