Pressemeldung Staatsanwaltschaft Landau

Am 02.08.2015 wurde in Landau in der Pfalz ein 32- jährige Mann in seiner Wohnung tot aufgefunden. Der Obduktion zufolge verstarb er an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung ( CO- Intoxikation). Nach Durchführung der Ermittlungen wurde davon abgesehen, ein förmliches Ermittlungsverfahren gegen eine bestimmte Person einzuleiten.

Die gefährliche und letztlich zum Tode führende CO-Anreicherung war nach dem Ergebnis der Ermittlungen auf ein Bündel ungünstiger Faktoren zurückzuführen:

Durch die extreme Hochdruckwetterlage konnte sich im Kamin keine ausreichende Druckdifferenz, d.h. kein ausreichender Zug, einstellen. Dadurch konnte  das CO, das sich durch die Startvorgänge der für die Warmwasserzubereitung in der Küche befindlichen Gastherme gebildet hatte, nicht nach außen entweichen.

Die Startvorgänge haben sich zusätzlich gehäuft, da die Gastherme trotz des sehr heißen Sommers auf Winterbetrieb gefahren wurde und eine hohe Innenraumtemperatur voreingestellt war. Das Zusammenspiel zwischen den häufigen Starts der Therme und der Extremwetterlage hat letztlich zu der tödlichen CO-Anreicherung geführt.

Dem zuständigen Schornsteinfeger oder der Wartungsfirma konnte kein Vorwurf gemacht werden. Denn aus den sichergestellten Unterlagen hat sich ergeben, dass die Kontrollen jeweils in den Herbst-/Wintermonaten durchgeführt worden waren. Daher war die  Einstellung der Therme auf „Winterbetrieb“ zu diesem Zeitpunkt korrekt.

Landau, den 03.02.2016

 

Dr. Winter, Leitender Oberstaatsanwalt