Pressemeldung Staatsanwaltschaft Landau

Die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Tod eines 35jährigen Mannes, der an Christi Himmelfahrt 2015 in Herxheim nach einer körperlichen Auseinandersetzung verstarb, sind abgeschlossen. Das Verfahren wurde gemäß § 170 Abs. 2 der Strafprozessordnung eingestellt.

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen hat sich kein hinreichender Tatverdacht für eine Körperverletzung mit Todesfolge oder eine strafbare Beteiligung an einer Schlägerei ergeben. Beide Tatbestände setzen voraus, dass der Tod gerade durch die Körperverletzung beziehungsweise durch die Schlägerei verursacht wurde. Dieser Nachweis kann nicht erbracht werden.

Die Obduktion hatte ergeben, dass für den Tod des 35jährigen Mannes eine gerissene Arterie im Kopf ursächlich war. Zur weiteren Klärung der Todesursache, insbesondere der Frage, ob die Ruptur der Arterie auf eine vorangegangene Gewalteinwirkungen zurückzuführen ist, wurde ein ergänzendes rechtsmedizinisches Gutachten eingeholt. Nach dem Ergebnis dieses Gutachtens ließ sich nicht mit zur Anklageerhebung hinreichenden Sicherheit nachweisen, dass die körperlichen Übergriffe im Rahmen der Schlägerei und ein Faustschlag ins Gesicht für den zum Tod führenden Riss des Blutgefäßes ursächlich waren. Vielmehr vermochte der Sachverständige aufgrund der besonderen gesundheitlichen Konstitution des Verstorbenen nicht auszuschließen, dass es zu einer spontanen Ruptur der Arterie gekommen ist, die unabhängig von den Verletzungshandlungen eingetreten ist.

Hinzu kommt, dass es sich nach dem rechtsmedizinischen Gutachten bei dem Fausthieb nicht um einen massiven Schlag gehandelt hat und auch im Übrigen nach den durchgeführten Ermittlungen nicht davon auszugehen ist, dass die körperliche Auseinandersetzung mit einer erheblichen Gewaltanwendung einherging.

Eine strafrechtliche Verantwortlichkeit der Beschuldigten am Tod des Verstorbenen konnte mithin nach dem Ergebnis der durchgeführten Ermittlungen nicht festgestellt werden.

Bei der konkreten Sachlage stellt der Faustschlag auch keine strafbare einfache Körperverletzung dar. Zwar erfüllt der Fausthieb den Tatbestand einer einfachen Körperverletzung, jedoch ist dieser in Anbetracht der konkreten Umstände nicht rechtswidrig und demnach nicht strafbar. Dabei war zu berücksichtigen, dass nach dem Ergebnis der Ermittlungen die beiden Personengruppen um die Beschuldigten und den später Verstorbenen nach gegenseitigen Provokationen aufeinander losgegangen sind, der Fausthieb im Rahmen wechselseitiger körperlicher Übergriffe getätigt wurde und es sich nicht um einen massiven Schlag gehandelt hat. Nach der Rechtsprechung ist bei dieser Sachlage davon auszugehen, dass die Personen, die sich von sich aus an einer solchen wechselseitigen körperlichen Auseinandersetzung beteiligen, billigen, Schläge wie den in Rede stehenden, der ohne erhebliche Gewalteinwirkung getätigt wurde, abzubekommen.

Möhlig, Oberstaatsanwältin